Wieviel sollte ich im Studium lernen pro Tag?

Wieviel du im Studium lernen solltest pro Tag hängt von mehreren Faktoren ab, das wichtigste ist dich nicht zu überfordern, aber auch nicht zu überfordern.
Wichtig ist, dass du beim Lernen motiviert bleibst und eine klare Struktur hast mit kleinen Pausen. Wer zu wenig lernt während der Vorlesungsphase, der wird kurz vor den Klausuren sehr viele Stunden aufwenden müssen und trotzdem nur mittelmäßig abschneiden.
Die Regelmäßigkeit ist wichtiger als die Länge jeder Lerneinheit, du solltest so früh wie möglich beginnen die Lerninhalte zu wiederholen und dafür reichen oft 15-30 Minuten pro Tag aus.
Das sollte eine feste Gewohnheit für dich werden und je näher eine Prüfung rückt, desto intensiver und länger kannst du deine Lerneinheiten auf beispielsweise 2-4 Stunden ausdehnen.
Mit dieser Routine und den täglichen Lerneinheiten förderst du nicht nur deine Konzentration. Du speicherst das Wissen mithilfe der Spaced Repetition Methode, dem Wiederholen der Lerninhalte in regelmäßigen Intervallen, langfristig ab und wirst viel entspannter in jede Prüfung gehen können.
Im folgenden Beitrag wollen wir uns noch genauer anschauen wie du deine tägliche Lernzeit optimal bestimmst und nutzt.
So lange solltest du im Studium lernen pro Tag
Wie lange du jeden Tag für dein Studium lernst, hängt wie bereits gesagt von vielen Faktoren ab. Es gibt einige allgemeine Empfehlungen und individuelle Anpassungen, die dir helfen können, deine Lernzeit sinnvoll zu nutzen und möglichst effektiv vorzugehen.
Allgemeine Empfehlungen
Durchschnittliche Lernzeiten pro Tag
Während der Vorlesungszeit solltest du dich nicht überlasten und nur kürzere Lerneinheiten einbauen (15-30 Minuten). Es geht hier vor allem darum das Wissen wirklich zu verstehen und nicht so sehr darum dir bereits jedes kleine Detail zu merken.
Je näher du der Klausurenphase kommst, desto mehr Aufwand und Zeit solltest du in das Lernen pro Tag stecken, dafür würde ich 2-4 Stunden empfehlen, aufgeteilt in mehrere Lernblöcke mit ausreichend Pausen.
In dieser Zeit kannst du ohne Probleme für mehrere Klausuren gleichzeitig lernen indem du Interleaved Practice anwendest, das heißt du musst nicht jedes Fach isoliert lernen, sondern kannst mehrere Fächer an einem Tag lernen, ohne das du damit durcheinander kommst.
Wenn du nur eine Stunde am Tag lernst, ist das wahrscheinlich zu wenig, aber falls es dir anders nicht möglich ist, dann solltest du so früh wie möglich bereits während des Semesters mit dem Lernen anfangen.
Unterschiede zwischen Bachelor- und Masterstudiengängen
Während man im Bachelorstudium vermehrt Grundlagen vermittelt bekommt und es sehr viel Lernaufwand erfordert das Wissen aufzunehmen, wirst du im Master Studium mehr mit eigenen Arbeiten und Projekten konfrontiert werden.
Im Bachelor Studium scheitern viele, weil sie zu wenig Zeit aufwenden für das Lernen, während es im Master viel mehr darum geht das Wissen anzuwenden.
Beides sind unterschiedliche Herausforderungen, aber der Arbeitsaufwand bleibt recht gleich, deswegen solltest du dir frühzeitig angewöhnen eine Routine zu haben mit festen Zeiten in denen du entweder täglich lernst oder an Projekten arbeitest.
Anpassung an persönliche Umstände
Berücksichtigung individueller Ziele und Zeitpläne
Alle starten mit unterschiedlichen Voraussetzungen ins Studium und deswegen können sich gerade am Anfang die Lernzeiten sehr stark unterscheiden. Manchen reicht sehr wenig Lernaufwand aus um Bestnoten zu erreichen, andere hingegen müssen noch mehr Aufwand betreiben, weil sie viel Wissen aufholen müssen.
Wie viel du pro Tag lernst, hängt auch von deinem Lerntyp und deinen Zielen ab, das gilt es für dich so früh wie möglich herauszufinden und festzulegen um deinen Lernplan individuell an dich anzupassen.
Entscheidend ist, dass du nicht bloß lernst, sondern verstehst, wie du dich selbst am besten organisierst und lernst mit einem klaren Lernsystem.
Faktoren, die die optimale tägliche Lernzeit beeinflussen
Jeder lernt anders, hat andere Aufgaben und andere Ziele. Aber schauen wir noch genauer hin, was darüber entscheidet, wie viel Zeit du wirklich aufs Lernen verwenden kannst und solltest.
Individuelle Unterschiede
Der eine versteht die Lerninhalte schneller, der andere braucht mehr Zeit, um es wirklich zu verstehen. Dabei spielt auch der IQ eine große Rolle. Junge Erwachsene mit einem hohen IQ und einer hohen Lernkapazität können natürlich neues Wissen in viel kürzerer Zeit bewältigen.
Das soll jedoch keine Ausrede sein, weil du selbst als langsamer Lerner mit kürzeren, regelmäßigen Einheiten oft effektiver sein wirst, als jemand mit einem höheren IQ, der sich darauf ausruht und dem Mere–Exposure–Effekt unterliegt, kurz gesagt der Selbstüberschätzung.
Ein weiterer individueller Faktor ist auch die Konzentrationsspanne, die du in der Lage bist aufrecht zu erhalten. Die einen können zwei Stunden ohne Probleme durchlernen, die anderen verlieren nach 30 Minuten den Fokus.
Mit regelmäßigen Pausen (z.B. nach der Pomodoro-Technik – 25 Minuten lernen, 5 Minuten Pause oder 90 Minuten Lerneinheiten gefolgt von 15 Minuten Pause), stellst du sicher, dass dein Kopf frisch bleibt und du maximal effektiv lernst.
Studienfach und -anforderungen
Natürlich gibt es auch starke Unterschiede zwischen unterschiedlichen Studiengängen. In Praktischen Studiengänge wie Kunst werden oftmals kürzere, kreativere Lernphasen mit Übungen kombiniert.
In Ingenieur Studiengängen ist der Anteil der Übungen mit dem Rechnen von Aufgaben oftmals sehr zeitaufwändig und kann je nach eigenen Fähigkeiten und Verständnis sehr stark variieren.
In theoretische Studiengänge wie beispielsweise Jura, geht es um intensives Lesen und Verstehen und daher braucht man auch längere und ruhigere Lernzeiten. Und auch ein komplexes Thema wie Quantenphysik braucht mehr Zeit als einen Grundlagenkurs.
Du siehst, es ist schwer eine allgemeine Empfehlung auszusprechen, da jeder Studiengang unterschiedliche Herausforderungen hat auf die du dich individuell einstellen musst.
Externe Verpflichtungen
Vielleicht hast du auch einen Nebenjob, der dir deine Lernzeit raubt. Dafür ist mehr Planung gefragt, damit du nicht überfordert wirst. Oder auch familiäre Verpflichtungen beeinflussen, wie du deinen Tag verbringst – insbesondere, wenn du Kinder oder Pflegefälle hast.
Bei allem gilt es nie den Überblick zu verlieren und Struktur in deinen Lernprozess zu bringen, sei realistisch, ein zu vollgestopfter Lernplan den du niemals erfüllen kannst, sorgt nur für enormen Frust und das du beginnst zu prokrastinieren und am Ende aufzugeben.
Strategien zur effektiven Lernzeitgestaltung
Es braucht klare Strategien, um jeden Tag effizient zu lernen. Gute Planung, regelmäßige Pausen und die richtige Umgebung sind entscheidend. Hier ein paar Tipps, wie du deine Lernzeit besser strukturieren kannst.
Zeitmanagement-Techniken
Teile deine Lernzeit in 25 Minuten Lerneinheiten mit 5 Minuten Pause ein, nach der Pomodoro Technik und mache nach vier Einheiten eine längere Pause von 15-30 Minuten.
Das hilft dir konzentriert zu bleiben und fördert deinen Fokus, ohne dass du dich überarbeitest. Lerne zum Beispiel 25 Minuten Vokabeln und mache dann 5 Minuten Pause, in denen du etwas trinkst und eine kurze Runde in der Wohnung läufst.
Pausen und Erholung
Auch ein Spaziergang oder frische Luft tuen dir gut und in 10-15 Minuten Pausen helfen sie dir, geistig frisch zu bleiben.
Wichtigkeit von regelmäßigen Pausen: Die Konzentration lässt nach 90 Minuten Lernen nach. Wenn man zu viel aufeinander lernt, wird es meist zu stressig oder zu anstrengend.
Sorge dafür, dass du genug Freizeit hast, um wieder Energie zu tanken. Vermeide Überlastung und auch dein Schlaf muss stimmen – mindestens 7 bis 8 Stunden pro Nacht sind notwendig um deine maximale Leistung bringen zu können.
Produktive Lernumgebung schaffen
Schalte Ablenkungen möglichst aus und schaffe eine optimale Lernumgebung:
- Nutze Apps wie “Forest” um konzentriert zu bleiben.
- Räume deinen Schreibtisch auf und schalte dein Smartphone aus beim Lernen.
- Sorge für ausreichend Tageslicht oder eine Schreibtischlampe.
- Sitze bequem und aufrecht, das kann sich positiv auf deine Konzentration auswirken.
Das sind alles kleine Veränderungen, die große Auswirkungen haben können und es dir erleichtern dich jeden Tag zum Lernen zu überwinden.
Häufige Fehler und wie du sie vermeidet
Wenn du diese 3 Fehler erkennst und Lösungen findest, dann ist dein Lernen auch effektiv und nimmt viel weniger Zeit in Anspruch.
Prokrastination
Gerade zu Beginn wird bei überwältigenden Aufgaben schnell zu Prokrastination gegriffen.
- Eine klare To-do-Liste mit erreichbaren kleinen Zielen ist hier hilfreich.
- Ablenkungen sind zu vermeiden – also weg mit dem Handy oder z.B. Apps benutzen, die einen fokussieren.
- Baue Belohnungen (eine Pause nach 45 Minuten.) in deinen Lernprozess mit ein. Das macht das Lernen angenehmer und du hast ständig ein Ziel worauf du hinarbeitest.
- Konkrete Ziele festlegen: Schreib dir nicht so etwas wie „Lerne für die Klausur” auf, sondern „Kapitel 1 lesen” oder „Aufgabe 3 lösen”.
Das sind nur ein paar kleine Tipps die du ausprobieren kannst, wenn du sehr häufig prokrastinierst und es dir schwerfällt dich zum Lernen zu motivieren.
Unrealistische Zeitpläne
Sehr viele unterschätzen den Aufwand den es braucht um eine Lerneinheit erfolgreich abzuschließen. Rechne daher grob mit 2-3 Stunden pro Thema, aber vergesse nie dabei Pausen mit einzuplanen, denn diese sind ebenso wichtig – etwa jede Stunde für 10 Minuten.
Wer einen unrealistischen Zeitplan hat, der verbiegt sich schnell und wird frustriert sein. Wenn du merkst, dass du immer hinterherhinkst, setze dir weniger Tagesziele oder deine wichtigsten Aufgaben höher.
Multitasking
Dein Gehirn arbeitet effizienter, wenn es sich auf eine Sache konzentrieren kann. Manche denken, sie könnten Zeit sparen, wenn sie mehrere Sachen gleichzeitig machen, das ist aber ein Trugschluss.
Anstatt den einen Vortrag anzuhören und nebenbei ein anderes Fach nachzuarbeiten, mache nur eine Sache und du wirst viel schneller die Inhalte wirklich verstehen, anstatt nur oberflächlich zu wiederholen.
Fazit
Die optimale tägliche Lernzeit im Studium ist individuell und hängt von verschiedenen Faktoren wie Studienfach, persönlichen Zielen und Konzentrationsfähigkeit ab. Wichtig ist, regelmäßig zu lernen, frühzeitig mit der Wiederholung zu beginnen und das Lernen in den Alltag zu integrieren.
Kurze, tägliche Lerneinheiten von 15–30 Minuten während des Semesters helfen, Wissen nachhaltig zu speichern, während in der Prüfungsphase intensivere Lerneinheiten von 2–4 Stunden sinnvoll sind.
Effektives Zeitmanagement, sinnvolle Pausen und eine strukturierte Lernumgebung spielen eine entscheidende Rolle für langfristigen Lernerfolg. Methoden wie Spaced Repetition oder die Pomodoro-Technik unterstützen das fokussierte Lernen.
Es ist zudem wichtig, realistische Zeitpläne zu erstellen, Prokrastination zu vermeiden und sich auf eine Aufgabe gleichzeitig zu konzentrieren.
Letztlich geht es nicht nur darum, wie lange man lernt, sondern wie effizient man die Zeit nutzt. Wer früh eine feste Lernroutine etabliert, schafft sich eine solide Grundlage für erfolgreiches Lernen im Studium – ohne Stress und Zeitdruck kurz vor den Prüfungen.
Häufig gestellte Fragen
Wie finde ich die für mich optimale tägliche Lernzeit?
Die perfekte Lernzeit ist ganz individuell. Experimentiere mit Zeitspannen, z. B. 2 – 4 Stunden pro Tag und achte auf deinen Fokus und deine Energie. Beginne mit kürzeren Lerneinheiten und steigere dich mit der Zeit und finde für dich die optimale tägliche Lernzeit in der du das maximale an Wissen aufnehmen kannst.
Was kann ich tun, wenn ich trotz ausreichender Lernzeit keine Fortschritte sehe?
Beim Lernen ist nicht die Dauer der Zeit entscheidend, die du mit dem Lernen verbringst, sondern die Qualität. Du kannst andere Lernmethoden austesten, die dir womöglich mehr bringen um deine Lernziele zu erreichen.
Wie kann ich meine Lerngewohnheiten langfristig beibehalten?
Überfordere dich nicht zu sehr, sondern sieh deinen Lernprozess als einen Marathon den du bestreiten willst. Hast du einen zu optimistischen Zeitplan, dann kann das sehr schnell zu Frust und zum Aufgeben führen, deswegen achte immer darauf, dass du kleine Erfolgserlebnisse hast um motiviert zu bleiben beim Lernen.