Effektiv Lernen am Morgen – 3 Vorteile & Gründe

Lernen am Morgen

Von mir und auch anderen Lernexperten wird das Lernen am Morgen klar empfohlen, weil es sehr viele Vorteile hat. Es kostet Überwindung sich morgens an seine Lerninhalte zu setzen, aber es lohnt sich aus psychologischer und neurowissenschaftlicher Sicht.

Im folgenden Beitrag will ich dir einen Überblick geben und dich dazu animieren, früh aufzustehen und mit dem Lernen zu beginnen, bevor du durch andere Dinge abgelenkt wirst.

Die Vorteile vom Lernen am Morgen

1. Morgendliche Ruhe und Fokus

Der größte Vorteil morgens zu lernen ist, dass du dich in dieser Zeit am besten ohne Ablenkungen voll auf die Lerninhalte konzentrieren kannst. Kein Blick auf das Smartphone, keine Anrufe oder andere Art von Ablenkungen. Du bestimmst selbst, auf was du reagierst und worauf du deinen Fokus richtest.

Am besten setzt du dich sofort nach dem Aufstehen an deinen Schreibtisch und beginnst mit den ersten Lerninhalten, die du am Abend vorher zurechtgelegt hast. Niemand wird dich morgens ablenken und alle Verpflichtungen können warten und du bist niemandem schuldig sofort zu antworten oder dich zu melden.

Reserviere die ersten Stunden des Tages nur für dich und deine Lernziele, lasse keine Ablenkungen zu und sei diszipliniert in deinem Vorgehen.

2. Erholtes Gehirn nach dem Schlaf

Dein Gehirn ist nach einer erholsamen Nacht übrigens besonders aufnahmefähig und das solltest du nutzen. Du bist am Morgen bereit, neues Wissen aufzunehmen, denn unser Gehirn arbeitet Informationen nachts auf und speichert sie im Langzeitgedächtnis ab.

Studien zeigen außerdem, dass diese frische Phase direkt nach dem Aufstehen sich hervorragend für schwierige Aufgaben oder komplexe Themen eignet, weil dein Energielevel besonders hoch ist.

Im Gegensatz zum Lernen am Mittag oder Abend, ist dein Gehirn nämlich mit nur wenigen Informationen beschäftigt.

3. Biorhythmus und kognitive Höchstleistung

Fälschlicherweise denken viele sie würden morgens noch viel zu müde sein und seien nicht bereit zum lernen. Dabei ist unser circadianer Rhythmus genau darauf ausgerichtet morgens am leistungsfähigsten zu sein.

Du bist viel kreativer dabei Probleme zu lösen und dein analytisches Denken ist am morgen auf dem Höhepunkt.

Das sind nur 3 Vorteile von vielen, wieso du morgens lernen solltest. Es gibt noch weitere wissenschaftliche Gründe die du beachten solltest, schauen wir uns an, wie unser Körper funktioniert.

Wissenschaftliche Hintergründe: Warum früh aufstehen hilft beim Lernen

Die Rolle von Melatonin und Cortisol

Studien zeigen, dass Cortisol zwischen 6 und 9 Uhr morgens seinen höchsten Wert hat. Cortisol sorgt dafür, dass wir morgens energiegeladen aufstehen können – das heißt, wir sind zu dieser Zeit aufmerksamer und wach. Während abends unser Melatonin ansteigt und uns schläfrig macht.

Hormone wie Melatonin und Cortisol steuern unseren Wach-Schlaf-Rhythmus. Der Geist ist am Morgen oft klar und frei von Ablenkungen.

Dein Cortisol Level steigt jedoch auch über den Tag an, wenn du dich Aufgaben widmest, die dich psychisch belasten, bis an den Punkt an dem du nur wenig aufnahmefähig bist für neue Informationen. Deswegen solltest du die erste Phase des Tages für dich und dein wichtigstes Ziel reservieren, dass den größten Einfluss hat und das dir am wichtigsten ist.

Studien zur Produktivität am Morgen

Und auch wissenschaftliche Studien belegen die Vorteile des frühen Lernens. Frühmorgens ist der Kopf noch frisch und deswegen ist es besser bzw. leichter für viele Menschen, komplexe Aufgaben zu lösen oder schwierige Inhalte zu verstehen.

Eine Untersuchung zeigt, dass die Leistung von der Tageszeit abhängt und sogar berühmte Persönlichkeiten schwören darauf, den Morgen für wichtige Arbeiten zu nutzen. Genauso wie viele Unternehmer, Künstler und Denker, die schon um 5 Uhr morgens aufstehen.

Berühmte Namen wie Tim Cook und Michelle Obama sind dabei. Was du zusätzlich hast, ist ein erhöhtes Motivationslevel und das Gefühl bereits früh am morgen etwas erreicht zu haben, während andere noch am Schlafen sind. Das stärkt dein Selbstwertgefühl und lässt dich mit einem guten Gefühl in den Tag starten.

Wenn ich richtig geschlafen habe, dann fühle ich mich ausgeschlafen und bereit, alles zu erreichen. Morgens ist die Willenskraft am stärksten und das selbst ohne Kaffee, es ist nur eine Gewohnheitssache. Du kannst dich auch nach der ersten Lerneinheit mit einem Kaffe und einem kleinen Frühstück belohnen, dann hast du ein kleines Ziel auf das du hinarbeitest.

Je häufiger du früh aufstehst und die positiven Effekte bemerkst, desto leichter wird es dir fallen dich morgens ohne Ablenkungen an deine Lerninhalte zu setzen. Dazu brauchst du nur wenige Tage an Disziplin und du wirst merken, wieviel besser es dir durch diese kleine Umstellung geht.

Praktische Tipps für effektives Lernen am Morgen

Einen guten Morgenrhythmus etablieren

Mache jeden Tag zur gleichen Zeit das Licht aus und stehe zur gleichen Zeit auf, auch am Wochenende. Der erste Schritt, wenn man morgens gut lernen möchte, ist ein fester Schlaf-Wach-Rhythmus. Das hilft deinem Körper, wieder in einen natürlichen Rhythmus zu kommen, und macht dich morgens fitter.

Eine gute Balance bieten z.B. 22:30 als Schlafenszeit und 6:30 als Wecker. Trinke ein Glas Wasser, wasch dir das Gesicht oder mach ein kurzes Stretching. Gewohnheiten wie diese bringen dich in den „Lernmodus”.

Keine aufwendigen Morgenroutinen, sofort anfangen bevor du mit deinen Gedanken abschweifst oder andere unwichtige Dinge erledigst. Dadurch bekommst du Struktur und einen Ablauf in deinen Tag, der dich jeden Morgen ohne Probleme mental in den Lernmodus bringt.

Die erste Stunde optimal nutzen

Mach dir am Abend vorher klar, was du lernen willst und was dir wichtig ist. Du darfst in dieser ersten Stunde keine Zeit damit verschwenden deine Unterlagen ordnen zu müssen oder dir zu überlegen, was du lernen willst.

Und ein strukturierter Lernplan hilft hier ungemein dir diese Arbeit vorab wegzunehmen und deinen kompletten Fokus auf die Lerninhalte richten zu können.

Die ersten paar Minuten und die erste Stunde sind entscheidend, wie erfolgreich deine Lernheit morgens ist, deswegen starte sofort und strukturiert.

Mache die schwierigsten Aufgaben zuerst, wenn dein Kopf noch am frischesten. Dabei ist es egal, welche Lernmethode du nutzt, ich würde dir Spaced Repetition oder Active Recall, empfehlen. Also entweder wiederholst du Lerninhalte oder du stellst dir Fragen zu einem Thema stelle und beantwortest sie. Nur reines Lesen wäre Zeitverschwendung am morgen, da du dafür viel weniger Energie benötigst und das besser am Abend kurz vor dem Schlafen machst.

Energielevel aufrechterhalten

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist dein Energielevel auf das du immer achten solltest, egal zu welcher Tageszeit du lernst. Am besten ist es, ohne etwas zu essen mit dem Lernen zu beginnen, weil du sonst viel zu viel Energie mit dem Verdauen der Nahrung verschwendest.

Auch Kaffee bringt deinen natürlichen Rhytmus durcheinander und solltest du erst frühestens eine Stunde nach dem Aufstehen trinken. Nach der ersten Lerneinheit kannst du ein leichtes Frühstück z.B. ein Vollkornbrot mit ein wenig Käse oder Müsli mit Obst essen um dir weitere Kraft zu geben.

Ebenso kann ein kurzer Spaziergang oder ein paar Minuten Dehnen helfen der Konzentration aufrechtzuerhalten, aber erst nach deiner ersten Lerneinheit, wie ich es bereits erwähnt habe.

Dein oberstes Ziel sollte es sein ein positives Momentum zu erschaffen indem du dich sofort an den Schreibtisch ohne Ablenkung setzt und dir den erstes Tageserfolg holst. Gib dieser ersten Lerneinheit die höchste Priorität und du wirst schon nach wenigen Tagen merken, wie schnell und effektiv du mit dem Lernen am Morgen vorankommst.

Was, wenn du kein Morgenmensch bist?

Anpassungsstrategien

Nicht jeder ist morgens topfit und das ist völlig okay. Die einen haben diese Hochphase früh am Morgen, die anderen eher später. Oftmals sind es jedoch nur Glaubenssätze und schlechte Gewohnheiten, die dich morgens müde und schlapp fühlen lassen.

Wenn du morgens produktiv sein willst, dann kannst du deinen Biorhythmus langsam umstellen um die positiven Effekt voll für dich nutzen zu können. Steh einfach mal jeden Tag oder jede Woche etwa 15 Minuten früher auf. Über ein paar Wochen wirst du dadurch spielerisch leicht schon mindestens eine Stunde früher wach und frisch im Kopf sein.

Das Klingt doch machbar, oder? Dein Körper hat so einen kleinen Schritt, sich an die neue Routine zu gewöhnen und es kostet nur sehr wenig Überwindung das umzusetzen für die enormen Vorteile.

Es hilft auch, dann das Handy oder den Laptop wegzulegen. Einschlafen wirst du bei zu viel Bildschirmlicht vor dem Schlafengehen sicher nicht…

Bei allem gilt jedoch: Setze dich nicht unnötig unter Druck und mache es dir leicht, indem du abends zu einer festen Schlafenszeit gehst.

Und wenn du morgens gleich mit Lernen anfangen willst, dann beginne mit leichten Aufgaben, die dich trotzdem voranbringen.

Alternativen für Spätaufsteher

Wenn du am Morgen dein Leistungstief hast, kannst du ja vielleicht nachmittags oder abends produktiv sein. Manchmal gibt es einfach Zeiten, in denen sogar die schwersten Aufgaben dir leichter fallen.

Wenn du morgens nicht lernen kannst, weil du Vorlesungen hast oder andere Verpflichtungen, dann baue einen kurzen Power-Nap in deinen Tag ein nachdem du dieselbe fokussierte Lernphase einbaust.

Wichtig ist das Prinzip zu erkennen, warum du morgens eigentlich am produktisten sein kannst. Wenn du deinen Morgen mit E-Mails oder Social Media startest, bist du ganz schnell nur noch am Reagieren und es ist fast unmöglich in einen Flow-Zustand zu kommen den du beim Lernen erreichen willst.

Verliere nie die Kontrolle über deinen Tag! Finde heraus, was für dich funktioniert, und arbeite mit deinem Körper, nicht gegen ihn.

Denn jeder Mensch hat seinen eigenen Biorhythmus, seine eigene Leistungskurve über den Tag.

Erkenne diese Hochphasen und setze sie gezielt ein. Warum denn auch nicht? Plane deine wichtigsten Lerneinheiten immer in diese Zeitfenster!

Oder schreib einfach mal auf, wann du besonders konzentriert bist.

Fazit

Wie du siehst hat das Lernen am Morgen enorme Vorteile und ist wissenschaftlich gesehen die beste Tageszeit in der du am aufnahmefähigsten bist für neue Inhalte. Du bist morgens in der Lage in viel motivierter und kannst kürzerer Zeit komplexe Aufgaben lösen, an denen du sonst verzweifeln würdest.

Dein Biorhtymus ist darauf ausgelegt morgens am leistungsfähigsten zu sein, was mit deinem Cortisollevel zusammenhängt und der psychologische Aspekt ist auch enorm wichtig. Schon vor allen anderen aufzustehen und dein erstes Erfolgserlebnis zu haben, kann dich enorm beflügeln und sich auf deinen gesamten Tag auswirken.

Dein Energielevel ist morgens am höchsten und du kannst ohne Ablenkungen mit der ersten Lerneinheit starten, weil du selbst bestimmst auf was du deine Gedanken richtest.

Andere Methoden wie die „Eat the Frog“ Methode machen sich genau das zunutze und werden von sehr vielen erfolgreichen Menschen angewandt um im Leben voranzukommen.

Ich kann dir nur empfehlen es einmal auszuprobieren über mehrere Tage oder Wochen und du wirst merken, wie sich dein Empfinden enorm verbessern wird und deine Stimmung über den gesamten Tag davon positiv beeinflusst wird.

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